Am 6. April 2000 wurden viele Menschen Zeuge eines seltenen Naturschauspiels in Deutschland. Eine ungewöhnliche Rotfärbung des Himmels ließ besorgte Menschen am Rande des Ruhrgebiets Schlimmes befürchten. So wurde die Feuerwehr alamiert, eine giftrote Gaswolke stehe am Himmel. Das Ereignis war gottseidank natürlichen Ursprungs. Im Fleckenmaximum der Sonne wurde eine große Materiemenge vom Sonnenwind zur Erde getragen. Diese reagierte mit den Luftmolekülen der Atmosphäre und erzeugte somit ein spektakuläres Polarlicht. In nördlicheren Gefilden eine allnächtliche Erscheinung, doch bei uns in Mitteleuropa eher eine Ausnahme. Möchte man ein solches Ereignis, daß vielleicht 3-4 pro Jahr im Fleckenmaximum stattfindet, beobachten, so muß man Geduld, Ausdauer und Glück haben. Wer Zugriff zum Internet hat, der ist klar im Vorteil. Die veröffentlichen Daten verschiedener Satelliten und Magnetometern versetzen den Beobachter in die Lage, Polarlichter fast gezielt zu beobachten. Man muß nicht mehr die ganze Nacht draußen sein und auf Glück hoffen. Größere Explosionen auf der Sonne werden von den Satelliten SOHO, ACE etc beobachtet. Die dabei entstehende Teilchenschockfront benötigt je nach Geschwindigkeit (500-1000 km /s) zwei bis drei Tage, um die Erde zu erreichen. Ob jetzt ein Polarlicht entsteht, hängt von der Teilchengeschwindigkeit, Teilchendichte und der Ausrichtung des interplanetarischen Magnetfelds ab. Teilchendichten ab 10 Protonen /cm^3 können bei Geschwindigkeiten über 500 km/s und gegebener Südausrichtung des IMF in Mitteleuropa schon zu Polarlichtern führen. Als Amateurbeobachter kann man sich via Internet einen Überblick über die aktuelle Lage machen. So gelang es mir in diesem Jahr bereits zwei Mal, das spektakuläre Leuchten zu sehen. Viele Onlinestunden und Stunden in der nächtlichen Kühle waren allerdings erforderlich. Neben dem Polarlichterscheinungen muß das Wetter ebenfalls mitspielen. So steht man auch schon mal bei bewölkten Himmel draußen und hofft auf größere Wolkenlücken. Später schaut man dann entmutigt ins Internet und sieht, daß just in dem Moment, als man aufs Land aufbrach, die Werte einbrachen und die Chance auf Polarlicht gen Null tendierten.
Das Bild unten zeigt das Polarlicht am12.4. 2001 gegen 2:00 Uhr in Borken.Bild:
