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Das Ozonloch reicht bald bis zum Mittelmeer

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Ozonabbau über der Arktis erreicht Rekordwerte – Experten sehen langen Winter als Hauptursache
In den 1980er Jahren war es hauptsächlich ein Phänomen der Antarktis, doch seit Mitte der 1990er Jahre erreicht der Abbau der Ozonschicht auch über dem Nordpol fallweise erhebliche Ausmaße.

Derzeit verzeichnen die Experten über der Arktis mit einem Minus von 40 Prozent sogar einen traurigen Rekord. “Die bisher höchsten  Werte lagen bei einem Rückgang um rund 30 Prozent in den frühen 1990er Jahren”,  erklärte dazu Geir Braathen von der Wold Meteorological Organisation (WMO) am  Dienstag bei der noch bis Freitag in Wien stattfindenden Generalversammlung der  Europäischen Geowissenschaftlichen Union (EGU).

Die ozonarmen Luftschichten erstreckten sich vergangene Woche etwa vom Nordpol bis nach Südskandinavien und haben dort an sonnigen Tagen zu erhöhter ultravioletter Strahlung geführt. Gegenwärtig driftet das Loch ostwärts, wird in den kommenden Tagen über Teilen Russlands liegen und in seiner südlichen Ausdehnung eventuell bis zur chinesisch-russischen Grenze vordringen.

“Derart massiven Ozonverlust wie in diesem Frühjahr gab es bisher über der bis in hohe Breitengrade dicht besiedelten nördlichen Hemisphäre nicht”, beschreibt der AWI-Forscher die aktuelle Situation.

Wenn allerdings die vom Ozonabbau betroffenen Luftmassen südwärts über Mitteleuropa, Südkanada, USA oder das zentrale asiatische Russland driften, kann die dann dort auftretende Intensität der UV-Strahlung bei empfindlichen Menschen innerhalb von Minuten zu einem Sonnenbrand führen – selbst im April.

Ob und wann so eine Situation eintritt, kann nur kurzfristig vorhergesagt werden. Die aktuellen UV-Vorhersagen der regionalen Wetterdienste sollten deshalb in den nächsten Wochen beachtet werden. Wenn es zu Episoden erhöhter UV-Intensität kommt, werden diese jeweils nur wenige Tage andauern. In dieser Zeit ist ausreichender Sonnenschutz wichtig, vor allem für Kinder.




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